Wissenschaftliche Veranstaltungen
Sektion zu Gewalt, Erinnerung und Übersetzung beim Hispanistiktag in Hamburg (12.-14.03.2025)
rechts: Inka Marter
Unter dem Motto „Dinámicas de transferencias e hibridación / Transfer und Hybridisierung“ fand vom 12.-14.03.2025 an der Universität Hamburg der 24. Hispanistiktag statt. Bei dieser vom Hispanistikverband organisierten Tagung organisierte Vera Elisabeth Gerling gemeinsam mit Claudia Jünke und Javier Ferrer Calle (beide Universität Innsbruck) eine Sektion zum Thema „Gewalt, Erinnerung und Übersetzung: Die Zirkulation von literarischen und kulturellen Erinnerungen in globalen Kontexten".
Vorgestellt wurden in der Sektion Beiträge, in denen die drei genannten Bereiche, also Gewalt, Erinnerung und Übersetzung gemeinsam betrachtet wurden. Es ging dabei also um Dynamiken des Transfers von literarischen und kulturellen Erinnerungen an Gewaltkonflikte, die die Geschichte spanischsprachiger Länder geprägt haben, und deren Fortwirken sowohl innerhalb des hispanophonen Raums als auch in nicht-hispanophone Sprach- und Kulturräume hinein. Es wurde auch der Frage nachgegangen, welche Rolle Phänomene und Praktiken der kulturellen und der interlingualen Übersetzung für die transkulturelle Zirkulation von Erinnerungen an Momente extremer Gewalt spielen und wie sich diese beschreiben lassen? Welchen Beitrag leisten also Übersetzungs- und Transferprozesse für das „Fortleben“ (Benjamin 1972) von historischem Wissen, das in Texten und Medien verhandelt wird? Was passiert also, wenn Erinnerung auf die Reise gehen (vgl. travelling memories, Erll 2011) und so ihre nationalen Kontextualisierungen verlassen und sich neu verorten, sich also kulturell, gesellschaftlich und/oder sprachlich de- und relokalisieren?
Höhepunkte der Sektion waren zum einen die beiden Keynote-Vorträge von Cecilia Ross ((Universität East Anglia) mit Fokus auf der Praxis des Übersetzens von Texten, die sich mit Erinnerung befassen unter dem Titel “La traducción de literatura postdictadura y el proceso de circulación de la memoria: una mirada práctica” und von Patricia Cifre Wibrow (Universität Salamanca) mit einem Vortrag zum transnationalen Schreiben von Najat El Hachmi unter dem Titel “La línea que me recorre”. Reflexiones sobre transculturalidad, transnacionalidad y traducción en Najat El Hachmi”.
Zudem hatten wir die Freude, eine Lesung und Diskussion mit der Übersetzerin Inka Marter ins Programm aufnehmen zu können, die ihre Arbeit an der Übertragung des Romans Nuestra parte de noche de Mariana Enríquez (Premio Herralde de Novela 2019) vorstellte.
Forschungstag: Belgische Literaturen im deutschen Kontext (19.11.2023)
Der Forschungstag Ein vielgestaltiger, aber unbekannter Nachbar? Die Rezeption belgischer Literaturen im deutschen Kontext (1945-heute) fand am 19. November 2023 im Haus der Universität in Düsseldorf statt. Zusammen mit Arvi Sepp und Anja van de Pol-Tegge von der Vrije Universität in Brüssel war die Veranstaltung eine Kooperation des Centre for Translation Studies der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf mit der Vrije Universiteit Brussel.
Drei Themenbereiche wurden von ForscherInnen aus Belgien und Deutschland vorgestellt: Zum einen Belgien als komplexer Gegenstand einer interdisziplinären Fokussierung im Rahmen kultureller Übersetzungsprozesse. Zum anderen ging es um aktuelle Forschungsarbeiten zu belgischen Literaturen (sowohl frankophonen als auch flämischen) im deutschen Kontext. Schließlich wurde im dritten Teil die belgisch-deutsche Übersetzung in der Praxis betrachtet: In einem Übersetzungsworkshop mit der Literaturübersetzerin Bettina Bach wurde untersucht, wie „Belgien“ in den deutschen Kontext übertragen werden kann.
Das Programm schloss mit der zweisprachigen Lesung des flämischen Autors Fikry El Azzouzi und seines Übersetzers Ilja Braun.
Details zu Gästen, Themen und Programm können im Veranstaltungsarchiv des CTS eingesehen werden.
Literatur, Migration und Übersetzung (13.-14.04.2018)
Internationale Tagung anlässlich des 30. Jahrestages des Studiengangs „Literaturübersetzen“ an der HHUD
Thema der internationalen Konferenz „Literatur, Migration und Übersetzung“, die anlässlich des 30. Geburtstags des Studiengangs am 13. und 14. April 2018 an der Heinrich-Heine-Universität stattfand, war die Rolle von Literatur und Übersetzung für kulturellen Austausch in der heutigen, von Migrationsbewegungen geprägten Welt. Die Tagung wurde von Prof. Dr. Birgit Neumann gemeinsam mit Dr. Vera Gerling und Prof. Dr. Volker Dörr organisiert.
Neben spannenden Beiträgen von namhaften Wissenschaftler*innen wie Paul Bandia, Doris Bachmann-Medick und Ottmar Ette u.a. zu Mehrsprachigkeit gab es noch Diskussionen und Vorträge zu Lyrik- und Theaterübersetzung, Übersetzung als Archiv und Übersetzungspolitiken deutsch-türkischer Übersetzungen. Für einen detaillierten Einblick in Ablauf und Beiträge der Tagung, klicken Sie hier. Und für einen kurzen Rückblick anlässlich des 30. Jubiläums auf die Anfänge des Studiengangs in Form eines Gastbeitrags in der Westdeutschen Zeitung, klicken Sie hier.
Die Tagung wurde gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Gesellschaft von Freunden und Förderern der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.