Vera Elisabeth Gerling, selbst Absolventin des Studiengangs Literaturübersetzen an der HHU, lehrt und forscht in den Bereichen Theorie, Praxis und Geschichte des Literaturübersetzens sowie spanische und französische Literatur- und Kulturwissenschaft. Sie ist eine überaus engagierte Übersetzungsdozentin und Übersetzungswissenschaftlerin, tritt aber auch außerhalb der akademischen Welt für die Sichtbarkeit unserer Zunft ein.
In ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit nimmt Vera Elisabeth Gerling wertschätzend das Übersetzen als kulturellen Mehrwert und die Übersetzenden als Akteure in den Blick. Dabei ist die Reflexion über das Übersetzen in ihren Untersuchungen stets mit der Praxis verbunden. Indem sie öffentliche Vorträge, Lesungen, Workshops und Tagungen organisiert, schafft sie so nicht nur im akademischen Kontext, sondern auch weit darüber hinaus eine Sichtbarkeit für das Übersetzen und die Übersetzenden. In letzter Zeit widmet sie sich in Wissenschaft und Lehre einem hochaktuellen und für uns besonders wichtigen Thema: der kritischen Auseinandersetzung mit KI für das Literaturübersetzen.
Auch hat sie in den letzten Jahrzehnten immer wieder Projekte ins Leben gerufen, um Literaturübersetzende ins Licht der Öffentlichkeit zu bringen bzw. in ihrer Karriere zu unterstützen. Zu ihren Projekten gehören zum Beispiel die zweisprachige Reihe „Düsseldorf übersetzt“, in der Studierende des Fachs Literaturübersetzen bereits während ihrer Zeit an der Universität erste Publikationserfahrungen sammeln können, oder die Herausgabe der Zeitschrift „ReLü – Rezensionszeitschrift zur Literaturübersetzung“, der ersten online-Zeitschrift für Übersetzungskritik, die sie 2005 mitinitiiert hat.
Mit Vera Elisabeth Gerling ehrt der VdÜ erstmals eine Persönlichkeit, die sich um die wissenschaftliche Betrachtung des Übersetzens verdient macht, da sie dieses als kulturelle Praktik fundiert erforscht und somit eine komplexe Vorstellung vom Prozess des Übersetzens und der Rolle der Übersetzenden entwickelt. Und indem sie diesen Ansatz in die Ausbildung angehender Literaturübersetzer:innen integriert, trägt sie zur weitergehenden Professionalisierung und Anerkennung unseres Berufsstands bei.
Die Barke ist ein undotierter Preis in Form eines Originalkunstwerks und zeichnet Persönlichkeiten des kulturellen Lebens aus, die für Literaturübersetzer:innen Bedeutendes leisten. Das Barken-Kunstwerk 2026 stammt von der Künstlerin Melanie Tilkov, deren malerischer Ansatz „das Dazwischen“ fokussiert, um „eine Anmutung, Aura und die psychische Präsenz von Etwas“ in bildender Kunst darzustellen, und so das „nicht in Worte zu Fassende“ sichtbar zu machen.
Die festliche Preisverleihung findet während der Frankfurter Buchmesse statt, und zwar am Mittwoch, den 7. Oktober 2026 um 17 Uhr auf der Bühne des Zentrum Wort.
Die unabhängige Jury und der gesamte VdÜ gratulieren Vera Elisabeth Gerling sehr herzlich!
Quelle: Pressemitteilung VdÜ
Weitere Informationen sind in der Pressemitteilung nachzulesen.