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Edmundo Paz Soldán online zu Gast

Edmundo Paz Soldán online zu Gast an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Der bolivianische Schriftsteller und Universitätsprofessor Edmundo Paz Soldán wurde 1967 in Cochabamba geboren, wo er aufwuchs und seine Schulzeit verbrachte. An der University of Alabama-Huntsville schloss er 1991 sein Studium der Politikwissenschaften ab. Im Jahr 1997 wurde er in Berkeley im Fach Hispanistische Sprach- und Literaturwissenschaft promoviert. 

Paz Soldán hat verschiedene Erzählbände und zahlreiche Romane (u.a. Río fugitivo, Área protegida, La mirada de las plantas) verfasst sowie journalistische Texte und Übersetzungen publiziert. Er erhielt den bolivianischen Nationalpreis für Literatur (2003) und den Premio Juan Rulfo für Kurzgeschichten (1997) und war Finalist für den Premio Rómulo Gallegos. Gemeinsam mit Alberto Fuguet hat er im Jahr 2000 die literarische Anthologie Se habla español: Voces latinas en U.S.A. (Barcelona: Alfaguara) herausgegeben. Paz Soldán ist Teil einer literarischen Bewegung, die sich bewusst vom für lateinamerikanische Literatur etablierten Stereotyp des Magischen Realismus absetzen möchte, und die sich in den 1990er Jahren unter dem Namen „McOndo“ zusammenfand. Während sein erster Roman, Río fugitivo, sich mit teils autobiographischen Jugenderinnerungen befasst, über die ein Gesellschaftsbild Boliviens entworfen wird, widmet er sich später Themen wie Technologiekritik (z.B. El delirio de Turing, 2003) oder auch dystopischen Erzählungen über menschliche Eingriffe in die Natur und deren Gegenwehr (El comienzo del paraíso, 2025).

Ebenfalls ist er seit 2004 Professor für lateinamerikanische Literaturen an der Cornell University. Seine Dissertation zum bolivianischen Autor Alicides Arguedas erschien im Jahr 2003 unter dem Titel Alcides Arguedas y la narrativa de la nación enferma (La Paz: Plural). Gemeinsam mit Gustavo Faverón Patriau gab er 2008 den Sammelband Bolaño salvaje heraus (Barcelona: Candaya). 

Die Veranstaltung findet statt im Rahmen des Masterseminars „Literaturen im transkulturellen Raum Bolivien: Prosa, Lyrik, Theater“ von Prof. Dr. Vera Elisabeth Gerling an der Heinrich-Heine-Universität. Edmundo Paz Soldán wird in seiner Doppelrolle als Autor und Literaturwissenschaftler zu Gast sein. Zunächst wird er Einblicke vermitteln in Strömungen der bolivianischen Literaturgeschichte, dann aber auch zu seinem eigenen Werk sprechen und insbesondere die aktuellste Erzählsammlung El comienzo del paraíso vorstellen. Moderiert wird die Veranstaltung von Vera Elisabeth Gerling. 

Die Veranstaltung findet in spanischer Sprache statt und steht weiteren Interessierten zur Teilnahme offen. Um Anmeldung wird gebeten unter gerling(at)hhu.de.

ICS

Veranstaltungsdetails

18.05.2026, 18:30 Uhr - 20:00 Uhr
Prof. Dr. Vera Elisabeth Gerling
Ort: online, Anmeldung wird erbeten