Berichte zu Veranstaltungen des Spanien-Zentrum (SpaZ) / Centro Interuniversitario de Estudios Culturales Hispánicos (CeHis)

Auf dieser Seite finden Sie (Presse-)Berichte und Fotos zu den Veranstaltungen des Spanien-Zentrums.

Vernissage der Ausstellung "Sandra del Pilar. Der blinde Schrei des Pferdes"

Prof. Dr. Ursula Hennigfeld, Prof. Dr. Hans Körner
Ausstellung Sandra del Pilar - Der blinde Schrei des Pferdes,
26.07.-07.08.2017, Düsseldorf, Haus der Universität,
Vernissage: 26.07.2017

Die Ausstellung Sandra del Pilar - Der blinde Schrei des Pferdes wurde am 26. Juli 2017 im Rahmen einer Vernissage feierlich eröffnet. Die deutsch-mexikanische Künstlerin und Kunsthistorikerin Dr. Sandra del Pilar stellt ausgewählte Gemälde ihres um das Thema Gewalt und seine Facetten kreisenden Werks aus.

In ihrer Eröffnungsansprache führte Prof. Dr. U. Hennigfeld in das Thema Gewalt und seine Behandlung in Kunst und Literatur ein, das im Sommersemester 2017 Gegenstand eines gemeinsamen Seminars der Romanistik (Prof. Dr. U. Hennigfeld) und der Kunstgeschichte (Prof. Dr. H. Körner) war. Anlass ist der achtzigste Jahrestag der Bombardierung der baskischen Kleinstadt Guernica, die durch Picassos epochales Gemälde Guernica eine künstlerische Verarbeitung erfahren hat, die heute paradigmatisch für eine engagierte Kunst steht.

Eine Einführung in drei ausgewählte Gemälde der Ausstellung aus kunsthistorischer Perspektive bot Prof. Dr. Körner in seinem Festvortrag. Neben sorgfältigen Beschreibungen der Bilder und Ausführungen zu Formen und Darstellungen von Gewalt verwies er auf das Wechselspiel von Kunst, Künstlerin, Wirklichkeit und Werk, das sich in den Gemälden auch in selbstreferentiellen Elementen niederschlage. Dr. Sandra del Pilar gewährte anschließend noch einen Einblick in das künstlerische Schaffen aus der Perspektive der Künstlerin selbst, die sich immer wieder und auf vielfältige Weise mit Formen von Gewalt auseinandersetzt und Gewalt als so ubiquitäres wie abstoßendes und faszinierendes Phänomen in Gemälden und Textbausteinen verarbeitet.

40 Studierende aus Kunstgeschichte und Romanistik haben die Ausstellung kuratiert, die Vernissage geplant und den Ausstellungskatalog erstellt. Der Katalog enthält ausschließlich Texte der Seminarteilnehmer und Dozenten zum Werk Sandra del Pilars und seinen Bezügen zur Thematisierung von Gewalt in der Kunst- und Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts sowie ein Interview mit der Künstlerin. Ausstellung und Seminar vereinen im Sinne einer interdisziplinären Lehre wissenschaftlichen Anspruch und Praxisbezug und schaffen so einen Bezug zwischen universitären Inhalten und dem öffentlichen Leben in Düsseldorf.

Sandra del Pilar - Der blinde Schrei des Pferdes ist entstanden in Kooperation mit dem Spanien-Zentrum.

1 (v.l.n.r.) "Abu Grahib" (2007), "Captain America I" (2007), "Anatomie des Verbrechens" (2011)

1 (v.l.n.r.) "Abu Grahib" (2007), "Captain America I" (2007), "Anatomie des Verbrechens" (2011)

Vernissage der Ausstellung "Miguel EN Cervantes"

Prof. Dr. Ursula Hennigfeld
Ausstellung Miguel EN Cervantes. El retablo de las maravillas –
Der Mensch im Werk. Comic und Illustration
,
13.06.-19.07.2017, Düsseldorf, Haus der Universität,
Vernissage: 12.06.2017

Die Ausstellung Miguel EN Cervantes. El retablo de las maravillas – Der Mensch im Werk. Comic und Illustration wurde am 12. Juni 2017 im Rahmen einer Vernissage feierlich eröffnet. In ihren Illustrationen zu Miguel de Cervantes‘ Leben und einer Comic-Adaption seines Theaterstücks El retablo de las maravillas verweben die spanischen Zeichner Miguelanxo Prado und David Rubín kunstvoll Realität und Fiktion sowie Text und Bild und bieten einen Einblick in Cervantes‘ Leben und die Gesellschaft seiner Zeit.

Die wohl bekannteste Figur aus Cervantes‘ Feder, der fahrende Ritter Don Quijote aus dem gleichnamigen Roman, diente Prof. Dr. Strosetzki, Lehrstuhlinhaber für Romanische Philologie an der Universität Münster und ausgewiesener Cervantes-Experte,  in seinem Festvortrag „Warum kämpft Don Quijote gegen Windmühlen?“ als Ausgangspunkt für einen Überblick über ritterliche Handelsmaximen im spanischen Goldenen Zeitalter und ihre Wurzeln in den Kardinaltugenden der Antike. Er stellte unter anderem fest, dass die Ideale ritterlichen Handelns vergleichbar gewesen seien mit denen des gerechten Herrschers, wobei Don Quijote im Umgang mit seinem Vasallen Sancho Panza ritterliche Handelsmaximen oftmals anwendet, oftmals aber auch eigenwillig und egoistisch uminterpretiert, was als Kritik an bestehenden Strukturen gelesen werden könne. Die mit einem Augenzwinkern gestellte Frage, ob Don Quijote aus Sicht ritterlicher Ideale ein guter Herrscher hätte sein können, beantwortete Prof. Strosetzki negativ – unter Hinweis auf fehlende Mäßigung (eine der vier Tugenden) und fehlende Siege in Zweikämpfen.

Eingebettet war der Vortrag thematisch passend in die musikalische Darbietung der Suite Burlesque de Quixotte von Georg Philipp Telemann, die Szenen aus Don Quijotes bewegtem Leben als fahrender Ritter eindrucksvoll musikalisch interpretiert. Das Streichquartett aus Mitgliedern des Uniorchesters bestand aus Jan Czarnomski und Katharina Reffgen (Violine), Laura Weinig (Viola) und Theresa Meumertzheim (Cello).

Miguel EN Cervantes ist die zweite Ausstellung des Spanien-Zentrums (SpaZ), einer Kooperation zwischen dem Institut für Romanistik der HHU Düsseldorf und der BU Wuppertal. Sie wurde Prof. Hennigfeld von der Spanischen Botschaft in Deutschland zur Verfügung gestellt und ist unter Mitwirkung mehrerer spanischer Kulturinstitutionen entstanden, darunter Acción Cultural Española, Instituto Cervantes und IV Centenario de la Muerte de Cervantes.

Illustrationen Miguelanxo Prado

Illustrationen Miguelanxo Prado

Eröffnung des Spanien-Zentrums und Internationale Fachtagung "Gernika/Guernica 1937-2017: Präsenz und Produktivität kollektiver Erinnerung"

Prof. Dr. Ursula Hennigfeld
Internationale Fachtagung Gernika/Guernica 1937-2017: Präsenz und Produktivität kollektiver Erinnerung, 8.-10.05.2017, Düsseldorf, Haus der Universität,
Eröffnung der Foto-Ausstellung Cineastas contados – Gesichter des spanischen Films,
feierliche Eröffnung des Spanien-Zentrums (SpaZ)

Das Spanien-Zentrum (SpaZ), eine Kooperation von Prof. U. Hennigfeld (HHU Düsseldorf) und Prof. M. Chihaia (BU Wuppertal), wurde im Rahmen der Tagung Gernika/Guernica 1937-2017 feierlich eingeweiht. Dr. Rosa Velázquez Álvarez, Botschaftsrätin für Kultur der Spanischen Botschaft in Berlin, und Mercedes Alonso Frayle, Spanische Generalkonsulin in Düsseldorf, eröffneten die Tagung und sicherten ihre Unterstützung für das Spanien-Zentrum als Ort der Bündelung spanienbezogener wissenschaftlicher und kultureller Aktivitäten zu. Ein Rundgang durch die Ausstellung Cineastas contados, die die Spanische Botschaft in Berlin Prof. Hennigfeld aus Anlass der Eröffnung des Spanien-Zentrums als Leihgabe zur Verfügung stellt, rundete die Eröffnung ab.

Die Tagung selbst beinhaltete Vorträge aus den Bereichen Germanistik, Hispanistik, Französistik, Geschichte und Kunstgeschichte und behandelte literarische Texte, Filme und Kunstwerke, die als Reaktion auf die Bombardierung von Guernica oder in Auseinandersetzung mit Picassos monumentalem Gemälde entstanden sind.

Welchen Niederschlag die Bombardierung von Guernica durch die Legion Condor in literarischen Texten gefunden hat, stellten Shelley Godsland (US-amerikanische Populärliteratur), Stefan Schreckenberg (französische Literatur), Benjamin Inal (spanische Literatur) und Rüdiger Reinecke (antifaschistische europäische Literatur 1939-45) vor. Picassos monumentales Gemälde wurde von Francisco Caudet Roca und Daniel Verdú Schumann analysiert, Markus Buschhaus zeigte den Stellenwert des Bildes in Mies van der Rohes Museumskonzeptionen auf. Nanette Rißler-Pipka untersuchte Picassos Text-Bild-Schöpfungen.

Auch zeitgenössische künstlerische Auseinandersetzungen mit Guernica in Musik und Performance-Kunst waren Teil der Tagung: Prof. H. Jacobs brachte die Akkordeon-Komposition Guernica des baskischen Komponisten Gorka Hermosa zu Gehör; die Künstlerin Renata Jaworska präsentierte ihre Video-Performance 199 Minute Circle: Ein Videoprojekt mit Picassos Guernica in der Whitechapel Gallery, London.

Cineastas contados: Rundgang

Cineastas contados: Rundgang


Kontakt

Anselm Terhalle M.A.

Spanien-Zentrum
Gebäude: 24.52
Etage/Raum: 00.26
Tel.: +49 211 81-12556
Verantwortlich für den Inhalt: E-Mail sendenUniv.-Prof. Dr. Ursula Hennigfeld