13.04.19 17:08

Nachruf Prof. Dr. Peter Wunderli

Von: Prof. Dr. Elmar Schafroth

Prof. Dr. Peter Wunderli

Das Institut für Romanistik trauert um Prof. Dr. Peter Wunderli

Mit großer Bestürzung haben wir die Nachricht vom Tode unseres geschätzten Kollegen und akademischen Lehrers Prof. Dr. Peter Wunderli vernommen.

Peter Wunderli ist am 27. März 2019 nach längerer Krankheit in Biel verstorben. Er wäre am 30. Mai 81 Jahre alt geworden.

Unvergessen werden die zahlreichen freundschaftlichen Gespräche mit Peter Wunderli im engeren Kollegen- und Freundeskreis bleiben, dem neben Herwig Friedl, Hans Geisler, Tahar Guellil, Christine Schwarzer und ich angehörten. Unvergessen bleiben auch die Diskussionen über allerlei sprach- und geisteswissenschaftliche Inhalte, die in seiner früheren Wohnung in der Düsseldorfer Feuerbachstraße oder in seinem schönen Domizil auf der Oberen Chros bei Twann mit zauberhaftem Blick auf den Bieler See und die St. Petersinsel, meist verbunden mit einem von ihm selbst zubereiteten Abendessen, geführt wurden.

Peter Wunderli war einer der ganz großen Philologen der Romanistik, der hohes Ansehen in Deutschland und auf internationaler Ebene genoss und ein bemerkenswert breites Repertoire an Forschungsgebieten bearbeitet und eine große Anzahl herausragender Arbeiten veröffentlicht hat. Seine Saussure-Studien, die in einer neu übersetzten zweisprachigen Ausgabe des Cours de linguistique générale (Tübingen, Narr 2014) ihren letzten Höhepunkt fanden, waren ebenso prägend für die Romanistische Sprachwissenschaft wie seine intensive Auseinandersetzung mit älteren Epochen romanischer Sprachen: Alt- und Mttelfranzösisch, Altitalienisch, Frankoitalienisch, Altokzitanisch.

Peter Wunderli hat, so kann man sagen, seine Zeit und seine Kraft bis zu seinem Tode der Forschung gewidmet. Seine letzte Publikation (Éléments de l’Ancien Testament en occitan: rédaction du 15e siècle, Ms. BN fr. 2426 ; Tübingen, Francke 2019 [Romanica Helvetica, 140]) enthält die (einzige) altokzitanische Übersetzung des Alten Testaments. Ein zweiter Band, an dem er bis zum Schluss gearbeitet hat, hätte eine Sprachuntersuchung, ein Glossar und einen Namensindex umfasst. Hierfür hätte er nach eigener Aussage noch ungefähr zwei Jahre benötigt.

Der jüngste Sammelband zu den interdisziplinären Partnerschaftskolloquien zwischen der Heinrich-Heine-Universität und der Università degli Studi Federico II di Napoli, an denen er von Anbeginn aktiv mitgewirkt hatte, trägt den Titel Natur und Kultur in den Geisteswissenschaften/Natura e cultura nelle scienze dell’uomo (Oberhausen, Athena, im Druck) – und wird ihm gewidmet sein.

Prof. Dr. Elmar Schafroth

 

Einen Nachruf von Prof. Dr. Vittoria Borsò und Dr. Martina Nicklaus finden Sie undefinedhier.

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