25.10.16 10:28

Boualem Sansal – 2084. La fin du monde

Von: N.G.

Begegnung mit Boualem Sansal – 2084. La fin du monde (2084. Das Ende der Welt)

Lesung in deutscher und französischer Sprache.

Moderation, Lesung und Übersetzung: Stefan Barmann

Begegnung mit Boualem Sansal – 2084. La fin du monde (2084. Das Ende der Welt)
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esung in deutscher und französischer Sprache
Moderation, Lesung und Übersetzung: Stefan Barmann

Boualem Sansal, geboren 1949 in Téniet el Had, Algerien, wurde im Oktober 2011 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Er präsentiert sein Buch2084. La fin du monde“, das 2016 in einer deutschen Übersetzung von Vincent von Wroblewsky unter dem Titel „2084. Das Ende der Welt“ erschienen ist.

In Abistan, einem riesigen Reich der fernen Zukunft, bestimmen die Verehrung eines einzigen Gottes und das Leugnen der Vergangenheit das Herrschaftssystem. Jegliches individuelles Denken ist abgeschafft; das Eingeschworensein auf ein allgegenwärtiges Überwachungssystem steuert die Ideen und verhindert abweichendes Handeln. Offiziell heißt es, die Bevölkerung lebt einvernehmlich und im guten Glauben. Doch Ati, der Protagonist dieses Romans, der ausdrücklich anknüpft an Orwells Klassiker „1984“, hinterfragt die vorgegebenen Direktiven: Er macht sich auf die Suche nach einem Volk von Abtrünnigen, das in einem Ghetto lebt, ohne in der Religion Halt zu suchen… Während George Orwell in seinem Zukunftsroman das totalitäre Regime Stalins vor Augen hatte, entwirft Boualem Sansal in seinem Roman das Szenario eines Regimes, das auf der religiösen Überhöhung einer Ideologie beruht. Es ist ein Regime, das sich die gegenwärtige Vereinzelung des Individuums auf der Suche nach persönlichem Glück und Wohlergehen auf erschreckende Weise zunutze und zum Motor der Gemeinschaft macht: In Abistan sind Fragen oder Diskussionen gänzlich überflüssig geworden: Eine kleine Gruppe von Herrschenden sorgt für die Gemeinschaft ebenso wie für das Wohlergehen des Einzelnen, wobei den Regeln des Staates folgend das Streben nach spiritueller Erleuchtung den Alltag eines jeden Bürgers diktiert.
Sansals Vision ist zugleich faszinierend und erschreckend – in einer Zeit gesellschaftlicher Umbrüche mahnt sie zu gelebter Brüderlichkeit, toleranter Demokratie und einsichtiger Freiheit.
(© Merlin Verlag)

In Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Französischen Kreis e.V. und dem Literaturbüro NRW

Anmeldung erforderlich beim Institut français, Bezahlung bei der Anmeldung.

Eintritt: 10 €

Wann: 09.11.2016, 19.00 Uhr

Wo: Gerhart-Hauptmann-Haus, Bismarkstraße 90, 40210 Düsseldorf

Anmeldung:

Institut français Düsseldorf
Bilker Straße 7-9
40213 Düsseldorf
Tel.: +49 211 - 130 679 0
Fax: +49 211 - 130 679 16
info.duesseldorf(at)institutfrancais.de

Verantwortlich für den Inhalt: E-Mail sendenUniv.-Prof. Dr. Frank Leinen