Materialität und Produktion – DFG-Graduiertenkolleg 1678

Romanistik (Prof. Dr. Vittoria Borsò)

Stellvertretende Sprecherin

 

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Weitere Disziplinen:
Anglistik, Germanistik, Geschichte, Kunstgeschichte und Medien- und Kulturwissenschaft

Die Materialitätswende der Kulturwissenschaften hat die Dynamik des Werdens und die Potenz des Sich-Ereignens beschrieben. In meinen Projekten untersuche ich die Materialität in literarischen Texten als ein pool von akustischen, visuellen, körperlichen und imaginativen Energien, aus dem heraus Sinnprozesse entstehen. So öffnet die literarische Schrift in der Materialität der Buchstaben, ihres Bildes und ihres Klangs einen Raum mit Eigenzeiten (Rhythmen, Reimen etc.) und einer eigenen topologischen Ordnung. Kontingenzen werden sichtbar, mögliche Welten denkbar. Literarische Mediationen verändern des Weiteren auch das Verhältnis von Materie und Materialität in Philosophie und literarischer Semantik.

Meine Arbeiten konzentrieren sich auf folgende vier Projekte:

  1. Ästhetische Prozesse der Schrift und die Emergenz einer "anderen" Ordnung des Wissens in Texten des Spätmittelalters, des Humanismus und der Renaissance (Italien, Spanien; z.T. Kolonialkultur Lateinamerikas).
  2. "Latenzen des (Un-)Möglichen in prozessualen Ontologien": Das Projekt befasst sich mit materiellen Operationen, welche Latenzen einer jeweiligen Wissensformation in der Diskontinuität historischer Prozesse aktualisieren (Zeitlicher Kontext: Neuzeit und 19. Jahrhundert; Länder: Italien, Frankreich, Mexiko) und auch zu einem anderen Verhältnis von Erinnerung und Gedächtnis führen.
  3. "Produktion von Wissen für das Leben": Neben der Kritik biopolitischer Theorien untersucht das Projekt die Produktivität literarischer Ästhetik bei der Herausbildung prozessualer Ontologien in Texten des 18., 19. und 20. Jahrhunderts (Italien, Spanien, Lateinamerika).
  4. "Differenz und Übergänge zwischen Texträumen und Bildakten": Das Projekt umfasst Phänomene der Materialität der Schrift (18. Jahrhundert und Moderne) als Produktionsraum von transmedialen Prozessen zwischen Bildakt und Schrifträumen. Dabei nehmen Ereignisse der Visualität in der Schrift auch Visualitätstheorien vorweg.

Ein ausführliches Interview mit Prof. Dr. Vittoria Borsò zu Ihren Forschungsschwerpunkten und den Schlüsselbegriffen des GRK 1678 finden Sie hier: undefinedhttp://grk1678.hypotheses.org/373

 

 

 

Kontakt
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Univ.-Prof. Dr. Vittoria Borsò

Universitätsstraße 1
Building: 23.32
Floor/Room: 01.61
Phone +49 211 81-10259

  • Romanistische Literaturwissenschaft, Schwerpunkte Französisch, Italienisch und Spanisch
  • Mitglied des Hochschulrates der Heinrich-Heine-Universität seit Oktober 2007
  • Dekanin der Philosopischen Fakultät 1998-2002
  • Cavaliere Ufficiale der Republik Italiens 2000

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