Das Fach Romanistik: Sprachen und Literaturen

Mehrsprachig kommunizieren – Französisch, Italienisch, Spanisch
Mit Sprachen Brücken bauen - das gelingt Ihnen auf der Grundlage der fundierten Sprachausbildung am Institut für Romanistik sowie mit Hilfe der weitreichenden Kenntnisse über romanische Kulturen, Sprachen und Literaturen, die Sie während Ihres Studiums in Düsseldorf erwerben.
Mit dem Wissen, das wir Ihnen vermitteln, liegen Sie im Trend: Weltweit sprechen 510 Millionen Menschen Französisch, Italienisch oder Spanisch.

Texte verstehen, Texte gestalten
Über die fremdsprachliche Kompetenz hinaus erwerben Sie in der Literatur- und Sprachwissenschaft ein vertieftes Fachwissen. Sie lernen, mit verschiedenen Textsorten zu arbeiten – von den traditionellen literarischen Genres bis hin zu den Bereichen Journalistik, Film: Analyse und Untertitelung, Werbung und den neuen Medien.

Mediale Welten erschließen
Erfolgreiche Kommunikation setzt auch Kenntnis der Bilderwelten und Medien voraus. In unseren romanistischen Studiengängen erhalten Sie die hierfür nötige interkulturelle Medienkompetenz.

Anderen Kulturen begegnen
Die Vermittlung des Wissens über fremde Kulturen, Sprachen, Texte und Medien ist unser besonderes Anliegen. In Düsseldorf oder an unseren Partneruniversitäten in Nantes, Neapel und Alicante schaffen Sie alle Grundlagen für Ihre spätere berufliche Praxis.

Die Romanischen Sprachen

Größere romanische Sprachen Europas sind Portugiesisch, Spanisch und Katalanisch (iberoromanischer Bereich), Französisch (zusammen mit den okzitanischen und den frankoprovenzalischen Dialekten im südlichen Teil Frankreichs: galloromanischer Bereich), Italienisch (italoromanischer Bereich) und Rumänisch (balkanromanischer Bereich).

Kleinere romanische Sprachen (bedingt durch die Zahl der Sprecher) sind zum Beispiel Rätoromanisch (in den schweizerischen und italienischen Alpen) oder Sardisch (auf Sardinien). Auch sie sind wie die größeren Sprachen in verschiedene regionale Varianten und Dialekte aufgegliedert.

Außerhalb Europas wurden seit dem Ende des 15. Jahrhunderts durch Kolonisation und Auswanderung in größerem Maß verbreitet: Spanisch (vor allem in Mittel- und Südamerika ---> Karte), Portugiesisch (vor allem in Brasilien ---> Karte) und Französisch (vor allem in der kanadischen Provinz Québec und in Nord- und Zentralafrika ---> Karte).

Auf der Basis von romanischen Sprachen haben sich verschiedene Pidgins und Kreolsprachen entwickelt.

Die romanischen Sprachen haben ihren gemeinsamen Ursprung in der von den Römern in Europa verbreiteten lateinischen Sprache. Ihre Grundlage ist das "Sprechlatein", das sich regional ausdifferenzierte, vor allem durch den Kontakt mit der Sprache von eroberten Völkern, zum Beispiel in Gallien mit der Sprache der Gallier (als einer "Substratsprache"), und später durch den Kontakt mit der Sprache von Eroberern, zum Beispiel im nördlichen Gallien mit der Sprache der Franken (als einer "Superstratsprache").

Den ältesten zweifelsfrei als "romanisch" und nicht mehr als lateinisch anzusehenden Text enthalten die Straßburger Eide aus dem Jahr 842. Quellen für die Überlieferung der romanischen Sprachen sind, neben den  literarischen Zeugnissen, in älterer Zeit Urkunden und Chroniken, seit dem 15. Jahrhundert zunehmend auch Fachtexte der verschiedensten Wissensgebiete und Sprachbeschreibungen in Wörterbüchern, Grammatiken, Sprachlehrbüchern und sprachkritischen Traktaten. Vor allem seit dem 19. Jahrhundert kommen als Quellen schriftlicher Überlieferung Zeitschriften und Zeitungen hinzu, seit dem 20. Jahrhundert dann Quellen mündlicher Überlieferung wie Tonband, Schallplatte und Tonfilm. Die einzelnen romanischen Sprachen sind, abhängig von der kulturellen und territorialen Entwicklung der Sprachgebiete, in sehr unterschiedlichem Umfang dokumentiert.

Die romanischen Literaturen

Die in romanischen Sprachen verfassten Literaturen sind seit dem Mittelalter entstanden, allerdings nicht gleichzeitig, sondern teilweise mit zeitlich großen Abständen zwischen den romanischen Kulturräumen. Für die französische Literatur liegt ein erstes Dokument für das späte 9. Jahrhundert vor. Die italienische Literatur setzt im 13. Jahrhundert ein und entwickelt sich in einem spannungsreichen Nebeneinander von Latein und "volgare", der italienischen Volkssprache. In Spanien gibt es aus dem beginnenden 11. Jahrhundert poetische Texte als früheste Denkmäler, verfasst im Dialekt der unter arabischer Herrschaft lebenden spanischen Christen (und geschrieben in hebräischen Lettern). Die rumänische Literatur beginnt im 16. Jahrhundert, ebenso die Literatur in rätoromanischer Sprache.

Die Unterschiede zwischen diesen Anfangsdaten sind die Folge sehr uneinheitlicher historischer, politischer, gesellschaftlicher und sprachlicher Verhältnisse in den einzelnen aus den römischen Provinzen hervorgegangenen Ländern. Dabei hat sich überall die "Literatursprache" eher langsam herausgebildet und ihre Dominanz gegenüber anderen Varianten des Französischen, Italienischen, Spanischen usw. selten problemlos behauptet. Es gibt frühe Beispiele auch dafür, dass Autoren für bestimmte Werke nicht ihre Muttersprache benutzten. So sind die ersten, von Katalanen stammenden lyrischen Texte aus dem 13. Jahrhundert altprovenzalisch geschrieben.

Auf der anderen Seite kann eine Literatur in mehreren nationalen Varianten erscheinen. Heute wird beispielsweise die Eigenständigkeit der belgischen Literatur in französischer Sprache gegenüber der französischen Literatur Frankreichs betont; ähnliches gilt für die Literatur Québecs und der französischsprachigen Länder Afrikas. Die spanische und portugiesische Literatur haben in Lateinamerika zu interessanten Entwicklungen geführt; die dortigen Literaturen verstehen sich als eigene Nationalliteraturen, stellen aber keineswegs die Gemeinsamkeiten untereinander und mit den "Mutterländern" in Abrede.

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Karte romanischsprachiger Länder
Verantwortlich für den Inhalt: E-Mail sendenUniv.-Prof. Dr. Frank Leinen