Forschungsprojekte und Forschungsinteressen

Auf dieser Seite finden Sie die Forschungsprojekte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Romanistik IV.

undefinedUniv.- Prof. Dr. Elmar Schafroth

undefinedDr. Martina Nicklaus

undefinedDr. Karin Ewert-Kling

undefinedProf. Dr. Mechthild Bierbach

Konstruktionsgrammatik
  • Konstruktionsgrammatik und L2
  • Konstruktionsgrammatik und Phraseologie

undefinedmehr zur Konstruktionstruktionsgrammatik

Linguistische Diskursanalyse

u.a. am Beispiel der Sprachapologetik (Aussagen über Sprachen mit und ohne Bezug zur Musik)

undefinedSprache und Musik
Multilingual phraseology (Forschungsprojekt mit der Università degli Studi di Milano)
undefinedLernerplattform Italienisch
Sense-Texte-Theorie und Konstruktionsgrammatik
Weitere Forschungsvorhaben

Die gegenseitige Wahrnehmung Frankophoner und Anglophoner in Kanada auf der Basis der englisch- und französischsprachigen Presse Kanadas bzw. Quebecs

"Argot-Atlas". Sprachvergleichende kognitiv-onomasiologische Analyse von Sub-standardvarietäten romanischer und anderer Sprachen

Dr. Martina Nicklaus
Literarische Übersetzung: "Fremde" sprachliche Strukturen in Übersetzungen literarischer Prosa. (Förderung durch den Strategischen Forschungsfonds - 2012, Habilitationsprojekt)

Ziel des angestrebten Gesamtprojekts ist die Formulierung konkreter Übersetzungsvorschläge für ausgewählte morphosyntaktische und informationsstrukturelle Phänomene, die bei der Übertragung romanischsprachiger und englischsprachiger literarischer Ausgangstexte ins Deutsche notorisch problematisch sind. Die Empfehlungen werden als Grundlage für praktische Übersetzungsarbeit verstanden und basieren auf den in der Zielsprache üblichen, präferierten Versprachlichungsmustern. In kontrastiv-linguistischen, empirisch angelegten Analysen sollen diese Präferenzen ermittelt werden. Die Resultate sollen mit Befunden auslandsgermanistischer Forschung, d.h. mit Befunden aus dem anderen muttersprachlichen Blickwinkel  abgeglichen werden, so dass sich eine praktisch erschöpfende kontrastive Darstellung ergibt – ein Ansatz, der bisher noch nicht vorgeschlagen worden ist. 

Êtes-vous à la page? Phraseologie und Randbereiche der Phraseologie

... *'Sind Sie auf der Seite?' – Das wird hier gewiss nicht gefragt! Denn es geht überhaupt nicht um eine page – 'Seite'; être à la page ist ein Phrasem und kann somit nicht wörtlich verstanden werden. Êtes-vous à la page? bedeutet eher: 'Sind Sie auf dem neuesten Stand [der Mode]?' Phraseme wie être à la page sind Wortverbindungen, die über eine besondere Festigkeit verfügen. Diese Festigkeit kann wie im genannten Beispiel durch eine Übertragung der Gesamtbedeutung eines komplexen Ausdrucks entstehen (oder besser: entstanden sein). Hier wurde die Bedeutung "auf der Seite sein" übertragen auf die Bedeutung "auf dem neuesten Stand sein". Die Übertragung funktioniert – so eine mögliche Erklärung -, weil die Gesamtheit der neuesten Kenntnisse einem durchzublätternden Heft gleichgesetzt wurden. 
Im Zentrum des Projekts stehen jedoch die wesentlich weniger spektakulären, aber für den Lexikographen und den Übersetzer tückischeren Ausdrücke, deren Festigkeit nicht auf einer Bedeutungsübertragung beruht. Dass bei diesen Ausdrücken überhaupt etwas besonders fixiert ist, tritt mitunter erst im Sprachvergleich zu Tage. So bedeutet femme de ménage nicht etwa 'Hausfrau', genauer: 'Frau, die sich mit dem eigenen Haushalt beschäftigt und ihn organisiert', sondern 'Putzfrau', genauer: 'Frau, die fremde Haushalte sauberhält'. Beide Gesamtbedeutungen wären aus den Einzelbedeutungen herleitbar, nur die zweite Bedeutung jedoch ist die richtige. D.h. die Kombination an sich bewirkt eine bestimmte Bedeutung. 
Noch unscheinbarer ist die Festigkeit im folgenden Fall. Avoir trouvé une bonne solution müsste mit 'eine gute Lösung gefunden haben' übersetzt werden, avoir trouvé la bonne solution aber mit 'die (einzig) richtige Lösung gefunden haben'. Auslöser für die zweite Bedeutung ist der definite Artikel, genauer: die zweite Bedeutung – 'richtig' – wird nur bei attributivem Gebrauch von bon innnerhalb einer definiten Nominalphrase aktualisiert. 
Sowohl eine bestimmte Bedeutung von page als auch eine bestimmte Bedeutung von ménage und bon sind somit fest an spezifische Umgebungen gebunden. Während diese Bindung im Falle von page im Wörterbuch deutlich markiert wird, ist die bei ménage vorliegende Bindung im Petit Robert nicht unter ménage, aber wenigstens unter femme kenntlich gemacht wird, ist die bei  bon vorliegende Bindung an eine bestimmte Umgebung nur indirekt an den Verwendungsbeispielen im Wörterbuchartikel ablesbar. 
Angestrebt ist im Projekt eine möglichst systematische Erfassung solcher unauffälliger Gebundenheiten.

Chépa und c 6: Französisch und Italienisch in den elektronischen Medien

Chépa ist die Realisierung von "Je ne sais pas" im Chat. Das italienische c 6  entspricht einem "ci sei?" und die in Chats international anzutreffende Abkürzung lol steht für eng. "laughing out loud", somit etwa für 'ich bin amüsiert', neuerdings auch für: "lots of love", also etwa: 'alles Liebe'. Die elektronischen Medien ermöglichen zur Kommunikation zwar lediglich Sprache in geschriebener Form, bringen aber aufgrund des im Vergleich zu klassischer geschriebener Kommunikation äußerst schnellen, beim Chat fast synchronen Informationsaustauschs ganz eigentümliche graphische und orthographische, an Mündlichkeit orientierte Ausprägungen der geschriebenen Sprache hervor. 
Ziel des Projekts ist eine möglichst präzise Verortung dieser Ausprägungen von Sprache, die nur grob als "medial schriftlich, konzeptionell mündlich" identifiziert werden können. Geklärt werden muss etwa der Status von emoticons, die sowohl in e-mails als auch im Chat eine bedeutende Rolle spielen. Auch hier scheinen bisherige Erklärungen, die in emoticons schlicht das Substitut von mimischen Signalen sehen, noch unbefriedigend.
 Last but non least wird die in regelmäßigen Abständen von besorgten Journalisten und anderen Sprachverwendern aufgeworfene besorgte Frage zu beantworten sein, ob Sprache durch die Verwendung in elektronischen Medien tatsächlich verkümmert oder verarmt.   

L'appetito vien mangiando. Kontrastive Grammatik Italienisch/Französisch-Deutsch

'Der Appetit kommt' – 'beim Essen', 'wenn man isst', oder gar: 'essend'? Da das Deutsche nicht über eine dem Gerundium, d.h. über eine der Verbendung -ndo äquivalente Form verfügt, muss bei der Übersetzung paraphrasiert werden. Für welche Paraphrase sich der Übersetzer entscheidet, hängt davon ab, welche Funktion er dem Gerundium zuweisen möchte. Geht man etwa davon aus, dass  ein –ndo lediglich den vorangehenden Verbstamm mit dem restlichen Satz verknüpft, ähnlich wie ein und, ginge eine Übersetzung mit einem Konditionalsatz – "wenn man isst" – bereits entschieden zu weit und es dürfte lediglich übersetzt werden: 'Man isst und der Appetit kommt'. Aber auch grammatische Formen, für die auf den ersten Blick ein deutsches Äquivalent vorliegt, erweisen sich mitunter als problematisch: so übernimmt der italienische definite Artikel in: "Il presidente ha firmato la legge." zweifellos dieselbe Funktion wie der in: "Der Präsident hat das Gesetz unterzeichnet". In "L'amicizia è un dono prezioso/L'amitié est un cadeau précieux" dagegen erfüllt der definite Artikel l' offensichtlich eine Funktion, die der deutsche Definitartikel nicht abdeckt, die Übersetzung muss lauten: "Ø Freundschaft ist ein Geschenk". Im Projekt sollen, auf der Basis eines einheitlichen Beschreibungsrasters, die in ihrer Struktur divergierenden Realisierungen bestimmter grammatischer Funktionen im Deutschen und Italienischen/Französischen erfasst werden.

Dr. Karin Ewert-Kling
Phraseme und Phraseoschablonen im Zeichen von Construction Grammar und Sens-texte-Theorie. Eine lexikographische Analyse und Vorschlag eines digitalen didaktischen Wörterbuchs (PhraseoFrame) für L2-Lerner des Französischen (Habilitationsprojekt)
LD und RD: Topic-markierende Konstruktionen im gesprochenen Französisch und Spanisch (Promotionsprojekt):

 

Unter formalem und funktionalem Aspekt werden Left Detachment- und Right Detachment-Konstruktionen (LD und RD) im gesprochenen europäischen Französisch und Spanisch untersucht. Wichtig ist hierbei die Klärung der Begriffe Topic/Comment, Thema/Rhema und Fokus sowie die detaillierte formale und funktionale Analyse von LD und RD anhand authentischer Corpusbeispiele. Interessant ist des Weiteren die kontrastive Betrachtung und die Klärung der Frage, in wie weit sich LD und RD in den hier untersuchten Sprachen voneinander unterscheiden, und in welchen Kontexten LD und RD deutliche Grammatikalisierungs- bzw. vielmehr Pragmatikalisierungstendenzen aufweisen. Vor allem im interaktiven Diskursbereich ist eine pragmatische Routinisierung von LD und RD zu erkennen, so dass diese Konstruktionen in diesen Situationen als reine Diskursmarker (z.B. für turn-taking, turn-giving oder für die Subjektivierung etc.) zu interpretieren sind. Ihre Topic-markierende Funktion haben sie in diesen Kontexten bereits vollständig eingebüßt.

Prof. Dr. Mechtild Bierbach
Geschichte der französischen und spanischen Lexikographie

(Prof. Dr. M. Bierbach, Dr. B. v. Gemmingen)
Innerhalb dieses Gebietes wird einerseits der Beginn der französischen Lexikographie in ihren geistes- und kulturgeschichtlichen Zusammenhängen erforscht; andererseits gilt nach wie vor die Untersuchung exemplarischer Wörterbücher, ihrer Prinzipien und Methoden als Arbeitsschwerpunkt.

La lexicografía española en el siglo XIX y sus relaciones con la lexicografía de otras lenguas románicas, especialmente la francesa

(Prof. Dr. M. Bierbach, Dr. B. v. Gemmingen, gemeinsam mit Dolores Azorín Fernández)
Gemeinsames Forschungsprojekt seit SS 2000 mit der Partneruniversität Alicante, in dessen Rahmen internationale Kolloquien und entsprechende Publikationen geplant sind. Wesentliche Basis dieses Projekts sind die zahlreichen Primärquellen zum Thema, die im "Archiv für französische und romanische Lexikographie und Grammatikographie" des Düsseldorfer Romanischen Seminars zugänglich sind. Eine kulturwissenschaftliche Fragestellung ist eine der Basiskomponenten des Projekts.

Verantwortlich für den Inhalt: E-Mail sendenUniv.-Prof. Dr. Frank Leinen